Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

Doktorandenkolleg „Europa in der globalisierten Welt“

Das Doktorandenkolleg fragt nach den vielfältigen Rollen, Selbstbildern und Alteritätskonstruktionen Europas in der globalisierten Welt. Es nimmt dabei die globalen Umbrüche des 21. Jahrhunderts in einer zunehmend vernetzten und multizentrisch organisierten Welt in den Blick.

Gruppenfoto
Formel
Auf welche Formel lässt sich das Verhältnis Welt/Europa bringen? (Idee: Thomas Weitin)

In derzeit neun Forschungsprojekten untersuchen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Fragen von Zusammenleben und Konflikt, soziokultureller Identifikation und Ausgrenzung sowie Herrschaft und Gewalt aus historischer, rechts-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Die Projekte des Doktorandenkollegs können als Grenz- und Kontaktprojekte verstanden werden: Wie konstruiert und konstituiert sich Europa durch Beziehungen  und Verflechtungen mit seinem Außen bzw. Gegenüber? Sie verschieben den Fokus auf  die Peripherie und Außengrenzen Europas und weit darüber hinaus. Dabei setzen sie geläufige Vorstellungen von Europa in Bezug zu der sich verstärkt globalisierenden Welt, denken Europa von seinen realen und imaginierten Grenzen her.

Wissenschaftliche Koordination

Tilmann Heil, D.Phil.
(Un)equal lives of migrants. Comparing, reflecting and embodying processes of social stratification and cultural diversification in a Latin American city
Abstract

Dr. Estela Schindel
Kontaktperson im WS 2016/2017
Europas Grenzen durch Meer, Land und Luft. Eine kultursoziologische Untersuchung der Konstruktion des europäischen Selbstbildes, der Alterität und der Verschiebung von Gewalt an die Außengrenzen der EU
Abstract

Es haben sich mittlerweile thematische, theoretische und methodische Überschneidungen herauskristallisiert, die sich in drei Themenbereiche unterteilen lassen:

Arbeitsformate

Das Doktorandenkolleg besteht zurzeit aus sieben Doktorandinnen und Doktoranden (Ethnologie/Soziologie, Geschichte, Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaft), zwei Post-Doktorand/innen (Ethnologie, Soziologie) und einem vierköpfigen professoralen Leitungsteam (Ethnologie, Geschichte, Kulturtheorie, Literaturwissenschaft).

Klausurtagungen

Mehrtägige Klausurtagungen im ersten und dritten Jahr der Doktorandenausbildung dienen der Gruppenbildung und der intensiven Diskussion über die Forschungsprojekte.
Die erste dieser Tagungen fand zu Beginn des Kollegs im Mai 2013 statt.
Bericht der ersten Klausurtagung

Doktorandinnen und Doktoranden

Melanie Brand
Die Wahrheit der Gewalt. Häusliche Gewalt gegenüber Frauen und Identitätspolitik im Kontext transkultureller Beratungspraktiken
Abstract

Francesco Carloni
Die europäische Entdeckung der beschränkten Staatssouveränität. Die Suche nach außenpolitischer Autonomie im Zeichen des globalen Kalten Krieges. 1967–1973
Abstract

Corinna Di Stefano
Insular Border Regimes. Constructing, Crossing and Conceiving the EU-Borders in the French Caribbean

Wolfgang Egner
Protektorate. Imperiale Herrschaftsformen seit dem späten 19. Jahrhundert
Abstract

Larissa Fleischmann
Kritische Stimmen an der europäischen Grenze – Nichtstaatliche Akteure und Vorstellungen eines anderen Europas jenseits der Festung
Abstract

Ferdinand Kiesel
Museale Narrative von ‚uns‘ und den ‚Anderen‘. Postkoloniale Museumsanalyse(n) in Deutschland und Südafrika
Abstract

Katharina Meyer (Alumna)
Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten des Souveränitätsprinzips in transnationalen Handelsbeziehungen
Abstract

Ole Münch
Die soziale Organisation des Lumpenhandels im frühviktorianischen London – migrantische Sozialstrukturen
Abstract

Philipp Schäfer
Die Regierung von Migration in urbanen Asylregimen

Sarah Schwab
„Gedenke, dass du ein Deutscher bist!“ – Deutsches Leben in Südafrika von 1914 bis in die 60er Jahre
Abstract

Wöchentliches Kolloquium

Das wöchentliche Kolloquium bietet den Rahmen für die Diskussion von Texten und die Identifizierung von Querschnittthemen. Im ersten Sommersemester wurden die thematischen Schwerpunkte Identitätskonstruktionen und Souveranitätsregime aufgegriffen und um zusätzliche Diskussionsthemen ergänzt:

  • Globalgeschichte,
  • Geschichtsschreibung und Narrativität,
  • Democratic Peace,
  • Individualismus,
  • Grenzziehungen und Globalisierung.

In den kommenden Semestern werden ergänzende Auseinandersetzungen mit Fragen des Kosmopolitismus und den Möglichkeiten und Aussagehorizonten postkolonialer bzw. post-nationaler Methodologien folgen.

Arbeitsgruppen

In Kleingruppen besprechen die Doktorandinnen und Doktoranden grundlegende, projektrelevante Lektüre. Dabei können sie Fragen zu Querschnittthemen und Probleme des Forschungsprozesses auf einer Peer-to-Peer-Basis diskutieren.

Workshops

In Rahmen von drei Workshops, die zwischen 2014 und 2016 stattfinden werden, diskutiert das Doktorandenkolleg die ersten Forschungsergebnisse sowie gemeinsame theoretische und methodische Fragestellungen mit externen Gästen.

Aktuelles