Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

„Kunst am Bau“ an den neuen Y-Gebäuden: Situationen des Übergangs auf Glas

7. Oktober 2009

Figuren am Y-Gebäude

Unter den zahlreichen wissenschaftlichen Projekten, die der Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ fördert, ist „Transfer – Leichtes Gepäck“ ein Novum. Es geht bzw. ging dabei um die Einbeziehung eines Künstlers in Fragestellungen, denen sich an der Universität sonst Wissenschaftler zuwenden. In diesem Fall ging es konkret um Situationen des Übergangs, die zwangsläufig Irritationen und Veränderungen mit sich bringen.

Heiner Blum, der an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach eine Professur für „Experimentelle Raumkonzepte“ innehat, war im Sommersemester 2009 als „artist in residence“ am Cluster zu Gast, hat sein Projekt - das nun in sandgestrahlte Figuren auf Glasflächen der beiden neuen Y-Gebäude mündete - im Rahmen eines Seminars mit Studierenden zusammen entwickelt. Auch für den Cluster war das Projekt ein Stück weit Experiment: Können sich Kunst und Wissenschaft verständigen, finden sie selbst den „Übergang“? Erste Erfahrungen in der offenen Zone zwischen Wissenschaft und Kunst hatte man im Cluster bereits mit dem aus Iran stammenden und in Berlin lebenden Filmemacher Ajat Najafi gesammelt, der als Stipendiat des Kulturwissenschaftlichen Kollegs Konstanz sein Stück „Lady Teheran“ geschrieben und im Juni auf der Studiobühne zur Aufführung gebracht hatte.

Im Fall Heiner Blums waren die Rahmenbedingungen von vornherein günstig, denn er hatte im März die Ausschreibung des Landes Baden-Württemberg für „Kunst am Bau“ an den neuen Y-Gebäuden gewonnen. Und zwar explizit mit der Vorgabe, sich mit den im Cluster behandelten Fragen nach Prozessen sozialer Integration und Segregation bildnerisch auseinander zu setzen. Für die etwas in die Jahre gekommene Idee „Kunst am Bau“, die in der Gründerzeit der Universität auf dem Gießberg eine bedeutende Rolle gespielt hatte, war diese programmatische Verflechtung neu und versprach, neue Impulse zu setzen.

Während des Sommersemesters 2009 entwickelte Heiner Blum mit den Studierenden typische Figuren, die Situationen des Übergangs sinnfällig darstellen, wie etwa Flüchtlinge, Obdachlose, Boten. Aus der theoretischen Vorarbeit führte der weitere Schritt in die konkrete bildhafte Umsetzung: Es wurden „Fotomodelle“ aus dem universitären und städtischen Umfeld gesucht, in den entsprechenden Rollen „ausstaffiert“ und fotografiert, anschließend folgte die Übersetzung in eine Umrisszeichnung. Diese wiederum diente als Vorlage für die sandgestrahlten Figuren, die jetzt auf Fensterflächen der beiden neuen Y-Gebäude aufgebracht wurden.

Um den Hintergrund und damit den Prozess zu dokumentieren, der zu den Figuren geführt hat, wurde mit den Studierenden gemeinsam ein Magazin gestaltet, das am 25. Oktober um 12.00 Uhr im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage im Schweizer Bahnhof Konstanz vorgestellt wird. Die offizielle Übergabe der „Kunst am Bau“ erfolgt am 4. November im neuen Y-Gebäude der Universität.

Brigitte Elsner-Heller ist Koordinatorin für die Öffentlichkeitsarbeit des Clusters.


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