Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

Lesen im 21. Jahrhundert

5. Juli 2017

Rebecca Walkowitz

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung darauf, wie Literatur gelesen und erforscht wird? Die renommierte Literaturprofessorin Prof. Rebecca Walkowitz von der amerikanischen Rutgers University hält am Mittwoch, 12. Juli 2017, die diesjährige Iser-Lecture mit dem Titel „Reading Both: Literary History and the Monolingual Model“. Die Veranstaltung in englischer Sprache beginnt um 17 Uhr im Senatssaal V 1001 der Universität Konstanz.

Literatur, ob privat gelesen oder wissenschaftlich erforscht, verändert sich auf dem globalen Parkett, gerade weil sie an Sprache gebunden ist. Wissenschaftliche Disziplinen, etwa die Anglistik oder Germanistik, die sich vormals auf Nationalliteraturen und deren Geschichte konzentrierten, öffneten spätestens seit der Jahrtausendwende ihre Perspektive hin zu sprachlichen „Literaturfamilien“, beispielsweise englischsprachigen oder deutschsprachigen Literaturen. Doch Rebecca Walkowitz sieht darin nur den Anfang einer globalen Entwicklung:

„Künftig werden wir anders lesen müssen und Literatur auf ganz unterschiedliche Weise vergleichend betrachten: Literarische Werke werden sowohl in ihrer regionalen Verortung als auch in ihrer globalen Verbreitung zu lesen sein. Wir werden Editionen und Formate vergleichen müssen und Werke innerhalb einer Sprache und über Sprachgrenzen hinweg.“

Welches literaturwissenschaftliche Modell wird dem „monolingualen“ folgen? Wie entziehen sich manche Autoren heute ganz bewusst der Verortung in bestimmten einsprachigen literarischen Traditionen? In der diesjährigen Iser-Lecture wie in ihrem Buch „Born Translated: The Contemporary Novel in an Age of World Literature“ (2015) stellt Walkowitz zeitgenössische literarische Texte vor, die multilingual angelegt sind, mit verschiedenen Sprachen spielen und ihre eigentliche Herkunft kreativ maskieren.

Die Wolfgang-Iser-Lecture wird jährlich vom Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz in Erinnerung an den bedeutenden Konstanzer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Iser veranstaltet. Neben damaligen Mitgliedern der von Iser mit geprägten Forschergruppe „Poetik und Hermeneutik“ kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Wort, die Denkanstöße von Wolfgang Iser aufgreifen, weiterdenken und auf diese Weise forschend sein Erbe antreten.

Die Teilnahme an der Lecture steht allen Interessierten offen.

Faktenübersicht

  • Vortrag: Prof. Rebecca Walkowitz, Rutgers University (USA), „Reading Both: Literary History and the Monolingual Model“
  • Achte Wolfgang-Iser-Lecture des Exzellenzclusters Kulturelle Grundlagen von Integration der Universität Konstanz
  • Zeit: Mittwoch, 12. Juli 2017, 17 Uhr
  • Ort: Senatssaal V 1001, Universität Konstanz

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