Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

Identitätskulturen

Dieses Forschungsfeld untersucht, wie drei maßgebliche Referenzen von Integration kulturell konstituiert werden: kollektive Identität und die Grenzen zwischen Gemeinschaften; individuelle Subjektivität und Identität; sowie Objekte und Gegenstände in sozialen Beziehungen.

Was bislang in der Regel als vorgesellschaftliche Grundlage von Vergesellschaftung und sozialer Integration betrachtet wurde – die individuelle Identität der Person, die empirische Gegebenheit der Objekte und die Identifikation mit einer Gemeinschaft –, wird somit als kulturelles Konstrukt ausgewiesen, das in bestimmten sozialen Feldern erzeugt und in bestimmte soziale Beziehungen eingebettet wird. Um individuelle wie kollektive Identität zu behaupten, bedarf es der Anerkennung durch Außenstehende. Diese wiederum wird vor allem dann zuteil, wenn sich die Identitätsbehauptung innerhalb des Rahmens von kulturellen Vorstellungen „gelungener“ individueller Subjektivität oder „begründeter“ sozialer Grenzen bewegt.

Statt in der Betrachtung von Identität und Objektivität eine empiristische oder eine transzendental idealistischen Position zu vertreten, nimmt dieses Forschungsfeld einen Perspektivenwechsel vor. Demzufolge erscheinen die Identität des einzelnen Subjektes, die Identität einer Gemeinschaft und die Identität der Objekte nicht mehr als transzendente und unabhängige Gegebenheiten, sondern als Projektionen sozialer Beziehungen und Verkörperungen kultureller Muster.

Kulturelle Muster kommen dabei in zweifacher Hinsicht ins Spiel. Zunächst tragen Objekte wie Subjekte immer schon kulturelle Bedeutung: sie werden kulturell klassifiziert und imaginiert, mit kulturell bedeutsamen Routinen und Ritualen behandelt, ihre Geschichte wird in kulturellen Rahmungen erzählt. Eine solche elementare Kulturalisierung ist freilich kaum überraschend und neu. Ein origineller Zugriff ergibt sich erst auf einer Metaebene, wo es um die allgemeinen kulturellen Vorstellungen „geglückter“ individueller und kollektiver Identität, um kulturelle Schemata für „fraglos gegebene“ Objekte, um kulturelle Modelle für „berechtigte“ Gemeinschaftsgrenzen und plausible Gründungsgeschichten geht. Diese kulturellen Muster bieten einen appellationsfähigen Rahmen für die Kommunikation zwischen Subjekten über Subjektivität, zwischen Gemeinschaften über kollektive Identität, zwischen praktisch Handelnden über Gegenständlichkeit.

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